{"id":901,"date":"2014-06-26T20:32:44","date_gmt":"2014-06-26T18:32:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.veloverlad.ch\/?p=901"},"modified":"2014-06-26T20:43:55","modified_gmt":"2014-06-26T18:43:55","slug":"bin-in-st-maurice","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.veloverlad.ch\/?p=901","title":{"rendered":"Bin in St-Maurice"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/webdreinull.ch\/dokuwiki\/doku.php?id=start\">[das ist halt direkt aus meinem Arbeitsjournal]<\/a><\/p>\n<p> 19:45 den Ranzen endlich vollschlagen k\u00f6nnen. In St-Maurice ist das gar nicht so einfach. Ich w\u00e4re lieber in Martigny geblieben, wohin es mich per Irrtum verschlagen hat. Aber das ist eine lange Geschichte. Auf jeden Fall hat es dort Dutzende interessanter Beizen gehabt, sogar einen Fastfood-Chinesen, der gar nicht so \u00fcbel ausgesehen hat. Viele Leute auf St\u00fchlen, in Gassen auf Pl\u00e4tzen und Terrassen. Da scheint Leben. In St-Maurice irgendwie die pure Depression. Vielleicht erfahre ich morgen mehr dar\u00fcber. Ob das eine dieser vom Milit\u00e4r verlassenen St\u00e4dte ist?<\/p>\n<p>Auf jeden Fall habe ich sicher w\u00e4hrend einer Stunde Runden gedreht, Men\u00fckarten ausgecheckt, in d\u00fcstere H\u00f6hlen geschaut (Beizen Pubs Restaurants), H\u00f6lle H\u00f6lle H\u00f6lle, tut mir leid. Am Bahnhof war ich kurz versucht, f\u00fcr einen gesch\u00e4tzten Totalbetrag von 40 Franken mich auf die Cuisine du terroir valaisan einzulassen. Habe das Restaurant betreten, allerdings schon im Vorgarten, wo eine nicht allzu abgefuckte Grossfamilie irgendwas lokales durchhechelte, dort \u00fcberkam mich schon ein metaphysisches Gruseln &#8211; es passte alles einfach nicht zu den grossen Worten von &#8218;Sp\u00e9cialit\u00e9s du Valais&#8216;, &#8217;notre boucher local&#8216; blabla &#8211; und dann drinnen wieder das nackte Grauen, d\u00fcster, ein Mann in Kochjacke am Kreuzwortr\u00e4tsel l\u00f6sen, eine subtil keifende Frau hinter der Bar, ich nix wie weg. (Gut, die Kochjacke habe ich mir glaubs eingebildet, er sah einfach aus wie einer von dort). Niemand hatte meinen Gruss erwidert. Die Beiz sonst total leer. Um 19 Uhr. An einem Donnerstag. Selten war ein Fake so offensichtlich.<\/p>\n<p>Der lokale Asiate dann mit einer langen Riemen von Karte, sicher 99 Gerichte. Wie soll da irgend etwas frisch sein? Setchuan war auch aufgef\u00fchrt, ich war kurz versucht, der Berichterstattung halber dort zu essen, aber was soll ich mich einiger tr\u00e4fen Tiefschl\u00e4ge wegen, zu denen ich mich als Rechercheur in China-Cuisine nun mal berufen f\u00fchlte, zu Tode frustrieren lassen? Auch dort &#8211; obzwar ge\u00f6ffnet, alles dunkel. Und nat\u00fcrlich leer. Gerichte um die 18 Franken. Manche lernens einfach nie. Unverkennbar in der Todesspirale.<\/p>\n<p>Tastatur klemmt schon wieder . Pause. Speichern. Datenverlust droht. Foto vom schlussendlich gew\u00e4hlten Restaurant. War irgendwie geil. Der macht den Beizern Feuer unterm Arsch, bloss merken die das nicht. Zwei Kebab! Im selbstgemachten Brot, Spitze. Drei Bier (portugiesisch, kalt)! 25 Franken. Vollgefressen.<br \/>\n<img src=\".\/bildeli\/stmaurice_kebab.jpg\" alt=\"Ein schlechtes Foto eines geilen Kebab\" \/><br \/>\nDer Name ist die Provokation: Au pouce GOURMAND! Drinnen h\u00e4ngen die Kabel \u00fcberall rum, es ist einfach herrlich. Dabei sagen sie auf der Webseite, es sei frisch renoviert. Muss unbedingt mal mit Mehmet da hinfahren.<\/p>\n<p>Warum ich schlussendlich dort gegessen habe, ist ganz einfach. Habe den Besitzer gefragt, ob die Falafel hausgemacht seien. Er hat mich fast ausgelacht, nein, nat\u00fcrlich nicht. Ehrlichkeit w\u00e4hrt einfach am L\u00e4ngsten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[das ist halt direkt aus meinem Arbeitsjournal] 19:45 den Ranzen endlich vollschlagen k\u00f6nnen. In St-Maurice ist das gar nicht so einfach. Ich w\u00e4re lieber in Martigny geblieben, wohin es mich per Irrtum verschlagen hat. Aber das ist eine lange Geschichte. 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