{"id":50,"date":"2012-06-21T20:53:05","date_gmt":"2012-06-21T20:53:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.veloverlad.ch\/?p=50"},"modified":"2012-06-29T07:03:09","modified_gmt":"2012-06-29T07:03:09","slug":"kindle-aber-ja-hahahahaaa-wenn-ein-leeeeser-erzehehelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.veloverlad.ch\/?p=50","title":{"rendered":"Kindle: Aber ja, hahahahaaa, wenn ein Leeeeser &#8211; erzehehelt"},"content":{"rendered":"<p>Wie versprochen: Meine Erfahrungen mit dem Kindle 4, Amazon-locked, welch ein Schreck. Wirklich? Read on&#8230;. And on&#8230; And on&#8230; And on&#8230;<br \/>\n<img src=\"\/bildeli\/kindle_klein.jpg\" alt=\"Kindle 4\" class=\"alignright\">Genau so geht es mir. Seit ich den Kindle habe, eigentlich eher versehenlich bestellt, lege ich ihn fast nicht mehr aus den H\u00e4nden, lese die wildesten Sachen, ersetze Laufmeter an Laufmeter an B\u00fcchern durch ein paar wenige Mega auf der 2-Giga-Speicherkarte. Halb voll ist er m\u00f6glicherweise schon fast, ist aber kein Hindernis, weiter auszubauen. Kann ja auf den PC auslagern.<\/p>\n<p>Der Kindle 4 ist der kleinste, einfachste und nat\u00fcrlich billigste Reader auf dem Markt, der \u00fcberhaupt was taugt. Rund 120 Eier. Bei mir stand er in Konkurrenz zum Sony Reader PRS-T1, immerhin 200 Dukaten im Ladengesch\u00e4ft. Als androider Open Sourcer war der Sony eigentlich gesetzt, aber f\u00fcr 200 Kr\u00f6ten gibt&#8217;s recht viele Papier- oder E-B\u00fccher, oder ein Jahresabo von Lib\u00e9ration auf dem Kindle. Bin ich bl\u00f6d?<\/p>\n<p>Was sprach f\u00fcr den Sony? Er liest PDF, scheint&#8217;s aber nicht sehr toll; er geht per WLan ins Netz, scheint&#8217;s aber nicht so toll; man kann damit auch Musik h\u00f6ren, aber daf\u00fcr habe ich schon gen\u00fcgend Ger\u00e4te, z.B. das Smartphone; er liest das Gutenberg&#8217;sche Epub-Format, und das war das Wichtigste. Ich war auch sehr angetan von der M\u00f6glichkeit, mit einem Stift Notizen zu zeichnen, in die B\u00fccher zu kritzeln.<\/p>\n<p>Und nun habe ich trotzdem den Kindle. Und m\u00f6chte nicht mehr tauschen. Ich m\u00f6chte auch keinen anderen, gr\u00f6sseren und damit auch schwereren Kindle, einen mit Tastatur oder Streichelbildschirm. Es gibt absolut keinen Grund daf\u00fcr. Zumal ich auch beim kleinen, 180 Gramm schweren Klein-Kindle Anmerkungen machen kann &#8211; tue ich selten &#8211; und ich wichtiges unterstreichen kann, um es dann in einem Buchauszug wieder zu finden, als Sprungmarke zur\u00fcck ins Buch. Bew\u00e4hrt sich total gut f\u00fcr Fachliteratur, die man diagonal durchliest und die Highlights bzw. das, was man brauchen kann, markiert. Wirklich, ausgezeichnet. In jeglichem Sinne.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst mal habe ich auf dem Kindle bereits die wichtigsten Klassiker der mir so lieben franz\u00f6sischen Literatur des 19. Jahrhundert. Will ich noch mehr, brauch&#8216; ich unbedingt mehr Lesezeit. Dumas, Flaubert, Stendhal, Zola, Balzac, der grosse Michelet! Etwas Rousseau (wer will das schon alles lesen?), einzig von Chateaubriand fehlt mir bisher ein Band seiner Memoiren &#8211; den werde ich halt gelegentlich auf Papier kaufen, aus unerfindlichen Gr\u00fcnden ist es derselbe, der mir in den Pl\u00e9\u00efades abhanden gekommen ist. So, Ende Bildungshuberei, aber das musste jetzt sein. Ah, noch nicht fertig, Victor Hugo, Daniel Defoe (english), dann die ganzen Zeitungsfortsetzungsrom\u00e4nler wie Eug\u00e8ne Sue, Paul F\u00e9val, den ganzen Rouletabille, es h\u00f6rt nimmer auf &#8211; von George Sand bin ich abgekommen, seid ich ihr d\u00fcmmliches Mallorca-Buch gelesen habe. Schade, die Idee mit dem schw\u00fclstigen Orientalismus war gut.<br \/>\n<img src=\"\/bildeli\/kindle_empfehlungen.jpg\" alt=\"Kindle Shop\" class=\"alignright\"><br \/>\nAlso, all diese Sachen gibt&#8217;s bei Amazon, sei es gratis in Einzelausgaben, sei es in Gesamtausgaben f\u00fcr runde 2 Taler je. Habe ich in den letzten Tagen runtergeladen. Bald sind ja Ferien. Nicht falsch verstehen, ich lese schon jetzt wie halbwild.<\/p>\n<p>Dann gibt&#8217;s die Zeitungen: Lib\u00e9ration, Zeit, S\u00fcddeutsche, Le Monde. Eine Tageszeitung f\u00fcr rund 1.50 Pistolen, die Zeit etwas mehr, deutlich billiger aber als am Kiosk. Teilweise nicht mal halb so teuer. Die S\u00fcddeutsche kostet bei uns mehr als 5 Eier! Der bittere Tropfen: Die Zeitungen werden von Amazon zusammen gestellt, nicht von der Redaktion. Am Anfang soll das ein Problem gewesen sein, unterdessen merkt man keinen Unterschied zwischen Original und Kindle-Ausgabe mehr, inhaltlich wenigstens. Die Pr\u00e4sentation ist am Anfang schockierend, irgendwie wird das kleinste Schnipsel aus der Zeitung gleich wichtig wie die ganzseitige Reportage behandelt. Zwei, drei Ausgaben gelesen, und man hat&#8217;s im Griff und navigiert darin herum wie im Papierblatt. Vorteil: \u00dcberall erh\u00e4ltlich, wo es Wlan gibt. Und nochmals: Der Preis! Wenn ich nur denke, immer dieses Gerenne in den Ferien, um eine halbwegs anst\u00e4ndige Zeitung zu kriegen. Heute reicht mir ein Campingplatz in der Pampa mit Wlan-Anschluss, und ich bins zufrieden. \u00dcbrigens: Ich suche immer noch einen g\u00fcnstigen Campingplatz in oder um Bellinzona, so f\u00fcr die Zeit um den 6. Juli, wenn ich dann Zeit habe, so hoffe ich wenigstens.<\/p>\n<p>Schweizer Zeitungen gibt es glaub&#8217;s noch nicht &#8211; habe ich aber nicht \u00fcberpr\u00fcft, wozu auch? Dumm ist der Fall bei Le Monde: die habe ich schon elektrisch abonniert, kann sie aber aus dieser Quelle nur auf dem Smartphone lesen. F\u00fcr den Kindle m\u00fcsste ich sie ein zweites Mal abonnieren. Im Extremfall w\u00fcrde ich sie halt einzeln kaufen oder f\u00fcr einen Monat abonnieren, 11 Zechinen. Aber das Smartphone habe ich ja immer dabei, ziehe die Zeitung \u00fcber dessen Wlan-Anschluss herunter, also nicht mal ein k\u00fcnstliches Problem, das. Ebenso die PDF-Ausgabe von Le Temps.<\/p>\n<p>Mehr zu den PDF: kein Spitz, die mit Calibrate oder so nach Kindle zu konvertieren, die Zeilenumbr\u00fcche bilden ein total irritierendes Treppenmuster, kein konzentriertes Lesen m\u00f6glich. Schade, ich h\u00e4tte gerne die 350 B\u00e4nde der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe mit mir herumgetragen. Was w\u00e4ren das, rund 10&#8217;000 Seiten wirres Zeugs, ich mag so was. Aber daf\u00fcr habe ich den Panizza gefunden, auch bei Amazon, auch gratis, die waren jahrzehntelang richtiggehend verboten, die Erben sch\u00e4mten sich des punkigen Literaten und klemmten einfach &#8211; manchmal konnte man eine Raubkopie finden, aber das ist auch schon 30 Jahre her&#8230; Nun ist das Urheberrecht verfallen, so lange ist der Mann also schon tot, 70 Jahre gab es ihn einfach nicht mehr!<\/p>\n<p>Ein letzter Vorteil: Alles, was ich im Amazon Shop zu vollen Preisen gekauft habe, ein paar Fachb\u00fccher sind das, kann ich nun auch auf dem Kindle dabei haben. Und was ich nicht von Amazon, sondern vom Verlag direkt gekauft habe, lese ich auf dem Smartphone. So.<\/p>\n<p>In Kombination mit dem internettauglichen Smartphone f\u00fcr mich perfekt. Und der Kindle kostet mich ja jetzt nichts mehr, keine Verbindungskosten, und das Schriftbild ist halt unschlagbar. Kein Vergleich zum Lesen auf den gepixelten Monitoren von Handy, Tablett, Note- oder Netbook.<\/p>\n<p>Die Verbindung von Notebook zu Kindle geht mit dem beigelegten USB-Kabel, zum Aufladen habe ich ein USB-Universalaufladeger\u00e4t gekauft, war etwa 12 Einerli, damit kann ich nun jedes Ger\u00e4t mit PowerOnUSB aufladen, das Telefon z.B. Keine Angst, es ist leicht, und etwa so gross wie eine Aprikose.<\/p>\n<p>Hat man ein solches Ger\u00e4t, merkt man, wohin die Reise der Buchkultur geht. Irgendwann stirbt das Papier wirklich aus, die Ger\u00e4te werden ihre Software verbessern, und vielleicht bleibt am Schluss ein einziger Anbieter \u00fcbrig, dann kostet alles wieder wie vorher. Sony hat eine \u00e4hnliche Strategie wie Amazon, sie bieten auch vor allem den Zugriff auf die Klassiker von Gutenberg &#8211; und die freibeuterhaft eingescannten Google-Books.<\/p>\n<p>Kann sein, dass man allein f\u00fcr diese mal noch den Sony kaufen muss. W\u00e4re das so schlimm?<\/p>\n<p>F\u00fcr die Hapdick kann man ja anderes anfassen, wenn einem das so wahnsinnig fehlt. Bl\u00f6des &#8222;Untergang der Kultur&#8220;-Gejammer.<br \/>\n<img src=\"\/bildeli\/calzone.jpg\" class=\"alignright\" alt=\"Pizza Calzona bei Terrazza Da Teo, Bellinzona, ca. 40 cm lang und extrem gut!\"><\/p>\n<p>Das alles geschrieben nach der besten Pizza Calzone meines Lebens, wirklich. Frische knackige Pilze waren drin, feiner Qualit\u00e4tsschinken, nicht dieses Gummizeugs wie sonst. 40 cm war sie lang! Und nur Killer drin, keine Filler, wie sonst immer. Danke, <a href=\"http:\/\/www.tripadvisor.fr\/Restaurant_Review-g188093-d3169786-Reviews-La_Terrazza_da_Teo-Bellinzona_Ticino_Swiss_Alps.html\" target=\"_blank\">Terrazza Da Teo, Bellinzona<\/a> &#8211; bald wieder.<img src=\"\/bildeli\/Calzonerest.jpg\" class=\"alignleft\" alt=\"Das blieb noch \u00fcbrig von der Pizza Calzone\"><br \/>\nPS: die letzten 2 cm habe ich einfach nicht mehr geschafft &#8211; zum Gl\u00fcck hatte ich heute kein Mittagessen!<br \/>\nPPS: Vor dem Kauf habe ich hin und her \u00fcberlegt, Kindle, Sony? Und im Netz nach einem guten Vergleich, einem echten Erfahrungsbericht gesucht, nicht einfach so Techblog &#8222;Wir packen mal das Ger\u00e4t aus und reden \u00fcber das erste Einschalten&#8220;-Rattenf\u00e4nger-Talk. Habe ich nirgends gefunden. Dies ist also somit der bisher beste Vergleich der zwei Ger\u00e4te von einem echten Leser, nicht einem Techfuzzy. Ausschneiden und Aufbewahren, zusammen mit den Silva-P\u00fcnkten im Wohnzimmerbuffet.<\/p>\n<p>Darum noch ein paar Anmerkungen: Mein Ger\u00e4t hat Werbeeinblendungen. Ich h\u00e4tte darauf verzichtet und die 20 Nuggets mehr bezahlt, normalerweise, war aber nicht erh\u00e4ltlich. Nun st\u00f6ren die aber gar nicht, es ist also nicht so, dass die pl\u00f6tzlich beim Umbl\u00e4ttern oder so dazwischen funken, sondern in einer l\u00e4ngeren Lesepause erscheinen sie als Bildschirmschoner. Also, kein Problem. Zur Akkulaufzeit: Amazon gibt die mit zwei Wochen an, wenn Wlan ausgeschaltet ist. Mit eingeschaltetem Wlan ist er innert ein bis maximal zwei Tagen leer. Aber auch das kein Problem. Wlan muss nur eingeschaltet werden, wenn man einkauft. Dann einfach wieder ausmachen. Das einzige: Bei jedem erneuten Einschalten muss man den Code wieder \u00fcber die Tastatur eingeben, und dann braucht es manchmal mehrere Versuche, bis die Verbindung steht. Sobald man sich daran gew\u00f6hnt hat, findet man den optimalen Zeitpunkt zum hysterischen Ger\u00e4t in Richtung Router ausrichten &#8211; einfach total Zen bleiben, es geht dann schon. Und noch ein Letztes: Die Bildschirmtastatur scheint auf dem Prospekt der Abl\u00f6scher, aber so schlimm wie all die Touchscreentastaturen ist sie beileibe nicht. Nur so im Fall.<br \/>\nPPPS: Vorsicht ist angebracht, wenn Leseproben heruntergeladen werden. Ist mir passiert, ich \u00f6ffne die, klicke ein wenig zu schnell, schon ist der Titel gekauft. Nun, bei 2 Hupen kein Problem, ich h\u00e4tte ihn aber auch grad zur\u00fcckgeben k\u00f6nnen. Einfach aufpassen. &#8211; so, und jetzt kauf&#8216; ich mir noch den Proust, nach dieser Anstrengung hier.<br \/>\nPPPPS: Der Kindle hat ein paar W\u00f6rterb\u00fccher drauf, Larousse, Duden, englische, italienische, aber entgegen dem nun entstandenen Eindruck kein Synonymw\u00f6rterbuch. Ist alles von mir gepr\u00e4gt, die M\u00fcnzen. Glaubzmer!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie versprochen: Meine Erfahrungen mit dem Kindle 4, Amazon-locked, welch ein Schreck. Wirklich? Read on&#8230;. And on&#8230; And on&#8230; And on&#8230; Genau so geht es mir. 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