{"id":1257,"date":"2015-06-04T17:57:34","date_gmt":"2015-06-04T15:57:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.veloverlad.ch\/?p=1257"},"modified":"2015-06-05T03:58:58","modified_gmt":"2015-06-05T01:58:58","slug":"apokryphe-pianistinnen-der-wiener-klassik-und-uberhaupt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.veloverlad.ch\/?p=1257","title":{"rendered":"Apokryphe Pianistinnen der Wiener Klassik und \u00fcberhaupt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/kraus-totale1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1271\" title=\"kraus totale\" src=\"http:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/kraus-totale1.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/kraus-totale1.jpg 1200w, https:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/kraus-totale1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/kraus-totale1-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Dieser Beitrag wurde durch Sponsoring erm\u00f6glicht, Endre hat mir daf\u00fcr durch seine Frau ein Bier bezahlt.<\/strong><\/p>\n<p>Grad erst vor ein paar Tagen habe ich unzweifelhaft festgestellt, dass die Platte f\u00fcr die Einsame Insel auf einem tausendfach verramschten Billiglabel erschienen ist, dessen Produktionen seit Jahren die Brockenh\u00e4user verstopfen. Ein absoluter Gl\u00fccksfall jetzt f\u00fcr die Leser und Lesenden dieses Blogs. Denn jetzt holts euch wieder den Plattenspieler vom Estrich, zehn oder zwanzig Franken in Sack und r\u00fcber ins n\u00e4chste Brockenhaus &#8211; ihr werdet garantiert f\u00fcndig!<\/p>\n<p>Dass die Klassikproduktion der 50er und 60er Jahre aus mehr als Karajan, Rubinstein und Deutsche Grammophon besteht, das schreibe ich jetzt da schon mal hin, damit ihr auch sicher weiter lest.<\/p>\n<p>Es trug sich also zu, dass ich beim Aufr\u00e4umen auf ein Dreierpack CD von Brilliant Classics stiess, die ich ganz offensichtlich einfach des tiefen Preises wegen mal im Vorbeigehen gekauft. <em>Arthur Grumiaux und Clara Haskil, Ludwig van Beethoven (1770-1827) Violin Sonatas Complete, Recording Vienna 1956\/57, Licensed from Decca Music Group.<\/em> Dann habe ich mir die mal angeh\u00f6rt und war von der ersten Sonate weg hin und weg. Violinsonaten, das habe ich nicht gewusst, sind, vor allem bei Ohrenmerk aufs Klavier, so wie Katharina Jung.<\/p>\n<p>H\u00e4?<\/p>\n<p>(Eben die, die mir via &#8222;Dein Whats-app-Nachrichten Serviceteam&#8220; ein Mail schrieb: &#8222;ich bin echt total gei[&#8230;]&#8220; (Nachricht durch das Serviceteam gek\u00fcrzt).)<\/p>\n<p>Klavier ist das perfekte strukturierende Instrument, ich k\u00f6nnte da stundenlang zuh\u00f6ren. Geige brauche ich eher nicht.<\/p>\n<p>Dann kam die Sache mit der <a href=\"http:\/\/www.amazon.fr\/discoth%C3%A8que-id%C3%A9ale-Diapason-vol-Mozart\/dp\/B00KB4CG48\/ref=sr_1_5?ie=UTF8&amp;qid=1433429793&amp;sr=8-5&amp;keywords=discoth%C3%A8que+id%C3%A9ale\">&#8222;Discoth\u00e8que id\u00e9ale de Diapason&#8220;<\/a> mit Mozart&#8217;s Kammermusik <em>(kommt jetzt da eigentlich noch der Apostroph, man weiss es fang&#8217;s \u00fcberhaupt nicht mehr, ihr Nail&#8217;s Studio&#8217;s!!!).<\/em> Die hatte ich, widerspr\u00fcchlicherweise, gekauft, um mir die Streichquartette des Juilliard Quartet anzuh\u00f6ren, hochgelobt \u00fcberall. Ich glaube aber, ich habe das bis heute noch nicht getan, denn ich blieb bei <strong>Lili Kraus<\/strong> h\u00e4ngen, die dort mit Triosonaten umfangreich vertreten ist. Und die haben mich wieder gepackt, wie vorher die ungleich ber\u00fchmtere Clara Haskil, weiter oben.<\/p>\n<p>Und dann ist mir siedendheiss, ich l\u00fcge nicht, eingefallen, dass ich doch mal mehrere Platten einer Lili Kraus im Brockenhaus gekauft und bei einem Aufr\u00e4umen wieder zur\u00fcck gebracht hatte &#8211; wer ist denn schon Lili Kraus, zudem waren sie erst noch auf einem Billiglabel, das sah man sofort. Nicht mal angeh\u00f6rt habe ich sie mir, oder h\u00f6chstens an mir vorbeirauschen lassen. Habe dann, sofort, die Brockenh\u00e4user abgeklappert und auf Anhieb mehrere ihrer Platten wieder gefunden. Offenbar bin ich nicht der einzige, der sich vom \u00e4usseren Schein tr\u00fcgen liess. Habe seither auch festgestellt, Lili Kraus geh\u00f6rt zum festen Bestand jedes Brockenhauses. Ein Gl\u00fccksfall.<\/p>\n<p>Lili Kraus spielt Mozart, Mozart, Mozart, auch Beethoven und Schubert, aber vor allem Mozart. Pianosonaten, Violinsonaten, Trios, Klavierkonzerte, aber auch die Violinsonaten Beethovens hat sie komplett aufgenommen &#8211; und alles passt perfekt. Ein Kritiker irgendwo <a href=\"http:\/\/www.amazon.fr\/review\/R3JBYKRBT90O6V\/ref=cm_cr_pr_perm?ie=UTF8&amp;ASIN=B00LLHG94W\">im Netz schrieb was<\/a> von, ach, ich muss das direkt zitieren: &#8222;Lili Kraus, c&#8217;est d&#8217;abord un jeu \u00e9l\u00e9gant et sensible, avec un sens exceptionnel de l&#8217;\u00e9quilibre; un pianisme sans chichi, sans mani\u00e8re, sans pr\u00e9tention, toujours simple mais n\u00e9anmoins jamais d\u00e9pourvu de vitalit\u00e9 et d&#8217;imagination. Avec un sens de la nuance et une musicalit\u00e9 jamais prise en d\u00e9faut, elle nous transmet une indicible passion : celle de la vie, du naturel, de la po\u00e9sie, celle du plaisir musical ind\u00e9fectible.<\/p>\n<p>Merveilleuse Lili Kraus, qui jouait avec son coeur au bout des doigts (comme Clara Haskil avec son \u00e2me, pour reprendre une formule de l&#8217;un de mes pr\u00e9c\u00e9dents commentaires). Un coffret qui s&#8217;inscrit donc en indispensable pour tout amateur de piano. &#8220; Das in einer Kritik des Muss-man-unbedingt-haben-Koffers <a href=\"http:\/\/www.amazon.fr\/Lili-Kraus-Parlophone-Ducretet-Thomson-Discophiles\/dp\/B00LLHG94W\/ref=cm_rdp_product\">&#8222;Lili Kraus &#8211; The Complete Parlophone, Ducretet-Thomson, Les Discophiles Fran\u00e7ais Recordings&#8220;<\/a>. Der Koffer ist nicht nur extrem umfangreich, sondern auch sehr gut gemastert, ohne die Artefakte, die h\u00e4ufig beim Entrauschen entstehen und die Instrumente dann wie einen Synthesizer klingen lassen, sogar die Vorkriegsaufnahmen, 78-tourig, klingen superb, das Grundrauschen des Schellack wurde nicht zu Tode unterdr\u00fcckt. Der Koffer war \u00fcbrigens fr\u00fcher billiger, 37 Euro, bei diesen Boxen darf man nicht zuwarten.<\/p>\n<p>Eine umfangreiche Biografie liegt der Box bei, sogar noch mit Literatur- und Quellenangaben. Ich kann hier nicht noch die Biografie referieren. Aber eines festhalten: Lili Kraus kommt aus Ungarn, \u00fcber \u00d6sterreich und Holland nach Java, wo sie w\u00e4hrend des Krieges mit ihrer Familie, zwei Kinder, ein Mann, interniert wird. Nach dem Krieg dann sind die Stationen Australien und die USA, wo sie bis zu ihrem Tod 1986 lebt, aber immer noch auf Konzertreisen geht, doch sie ist typischerweise eben auch Lehrerin. Bei einem Familien- kann man sich ein Nomadenleben \u00e0 la Rubinstein auch schlecht vorstellen. Ihre Aufnahmen erscheinen in den 50er und 60er Jahren vor allem auf den Billiglabels der Schallplattenclubs, MMS, Vox, die Ableger in mehreren L\u00e4ndern Europas und nat\u00fcrlich den USA haben. Riesenauflagen sind das, mit dem Geschm\u00e4ckle des Ramsches, siehe meine oben geschilderten Vorurteile. Welche Blamage f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Ich habe dann das Genre weiter verfolgt. Und bin auf <strong>Annie Fischer<\/strong> gestossen. Keine lange Rede jetzt mehr, auch sie ist vor allem eine Interpretin der Wiener Klassik, hat aber viel weniger Aufnahmen gemacht, ganz einfach, weil sie das nicht gemocht hat. Ich glaube, f\u00fcr sie gilt dasselbe wie f\u00fcr Lili Kraus &#8211; unpr\u00e4tenti\u00f6s, &#8218;Straight Edge&#8216;-Klassik sozusagen. Und dann ist mir pl\u00f6tzlich <strong>Ingrid Haebler<\/strong> wieder eingefallen. Auch sie findet man oft in den Brockenh\u00e4usern, auch sie spielt vor allem Mozart, etwas Schubert und dann noch die Violinsonaten Beethovens. Der schwarze Riesenkoffer von Ex Libris mit allen Klavierkonzerten Mozarts vor allem ist ein Grossod, man findet ihn nicht ganz so h\u00e4ufig, aber wenn, dann ist er wie neu. Ex Libris, typisch, da wurde oft wie wild eingekauft &#8211; und dann in den Schrank gestellt. Kurz, den Koffer mit glaubs 11 LP habe ich tats\u00e4chlich gefunden und gekauft. Den Rest dann bei Youtube in guter Qualit\u00e4t. <a href=\"https:\/\/addons.mozilla.org\/en-us\/firefox\/addon\/video-downloadhelper\/\">DownloadHelper ist dein Freund!<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/haebler.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-1265\" title=\"haebler\" src=\"http:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/haebler-1024x785.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"785\" srcset=\"https:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/haebler-1024x785.jpg 1024w, https:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/haebler-300x230.jpg 300w, https:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/haebler.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Liest hier noch jemand mit?<\/p>\n<p>Ich erw\u00e4hne noch im Vorbeigehen die Franz\u00f6sin <strong>Marcelle Meyer<\/strong> (Scarlatti, Rameau). Die geh\u00f6rt da sicher mit rein in diese Garde der zu Unrecht etwas vergessenen Pianistinnen. Und insbesondere die Russin <strong>Maria Yudina<\/strong>, eine ziemlich grimmig dreinschauende Frau, die sich nicht der Gnade Stalins erfreute, heisst es, aber als Klavierlehrerin \u00fcberleben konnte. Das mag jetzt Mythomanie sein, googelt selber mal rum, meine Zeit ist um, aber ich empfehle noch von ihr die Bach-Bearbeitungen des durchgeknallten Franz Liszt, das gab es mal in den Russenarchiven von Brilliant Classics, heute wahrscheinlich unbezahlbar.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle hier aufgef\u00fchrten Namen gilt:\u00a0 try Youtube. Denn meistens handelt es sich um historische Aufnahmen, der Unterschied zwischen CD und MP3 ist hier eventuell zu verkraften. M\u00fcssts selber wissen. Ich poste die Sachen lieber &#8211; bei Amazon.fr.<\/p>\n<p>Verfolgt \u00fcbrigens auch immer die Querverbindungen, die sich jeweils auftun. Ein eigenes Universum, diese historischen Aufnahmen &#8211; oft ziehe ich sie den zeitgen\u00f6ssischen vor, die mit Klarheit langweilen und mit spitzen H\u00f6hen nerven.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/kraus-yudina.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-1266\" title=\"kraus yudina\" src=\"http:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/kraus-yudina-1024x755.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"755\" srcset=\"https:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/kraus-yudina-1024x755.jpg 1024w, https:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/kraus-yudina-300x221.jpg 300w, https:\/\/www.veloverlad.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/kraus-yudina.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag wurde durch Sponsoring erm\u00f6glicht, Endre hat mir daf\u00fcr durch seine Frau ein Bier bezahlt. 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