Im letzten Jahr war ich zweimal kurz hintereinander in Wien, in der Tiefsaison, weil es mir so gut gefallen hat. Nun bin ich wieder hier, es ist wieder Januar, der Faschoball steht wieder vor der Tür, die Demos werde ich dieses Jahr aber verpassen, am 24. Januar bin ich schon nicht mehr hier. Der Faschoball, das ist dieses Burschenschaftenzeugs, nicht etwa der Opernball. Will jetzt die Details nicht nachgoogeln, vielleicht ergibt sich später eine Gelegenheit, das rechte Wien zu Boden zu bloggen.
Ich hätte wieder ins selbe Hotel wie letztes Jahr gehen können, eindeutig der beste Deal hier, Cyrus im 10. Bezirk. Dort hätte mich die Woche inkl. Frühstück ca. 200 Franken gekostet. Das hätte mich gereizt, aber noch mehr hat mich der Versuch gereizt, jetzt mal eins der zahlreichen Massenlager auszuprobieren. Viele Hotels und Hostels hier bieten Übernachtungen im Mehrbettzimmer an, und ich habe mich für das günstigste entschieden. Sage und schreibe 59 Franken. Für die ganze Woche. Dafür krieg‘ ich andernorts knapp anderthalb Nächte. Hin und her habe ich überlegt, war zwischendurch drauf und dran, zu annullieren und doch ins Cyrus zu gehen – aber der Grind gab es mir nicht zu, und jetzt bin ich also hier, im Sechsbettzimmer bzw. in der Hotellobby, morgens um halb sieben, die Musik ist diese Allerweltspopmusik, die weder an- noch abturnt, in akzeptabler Lautstärke, immerhin aus JBL-Boxen.
Das bringt mich auf den Gedanken, meine gut abdichtenden Kopfhörer aufzusetzen – et voilà.
Diese Kopfhörer haben mir diese Nacht gute Dienste geleistet. Ich habe nicht gewusst dass Männer so schnarchen können. Die armen Frauen. Wäre ich eine, wie würde ich wohl damit umgehen, dass ich vorher nie weiss, was der Kerl für einen Mais macht in der Nacht? Das muss wirklich nicht einfach sein.
Dabei sind wir nur zu dritt im Zimmer, wo zwei Betten dicht nebeneinander stehen, zusätzlich zwei Kajütenbetten in den Ecken. Wenn das voll ist, potz Blitz. Muss noch etwas rausfinden gegen den Geruch fremder Schweissfüsse. Als ich gestern abend ins Zimmer kam, gegen 22 Uhr, lagen die anderen beiden schon im Bett, der eine versuchte zu schlafen, der andere war mit der Fernbedienung für den 12-Zoll-Flachfernseher an der Wand beschäftigt, bei Zimmerlautstärke. Wenigstens darum muss man sich keine Sorgen machen, Parties sind per Hausordnung untersagt, Geräte können sogar beschlagnahmt werden, so ist es wenigstens angeschlagen.
Also, wo ist nun der Unterschied zum richtigen Hotel, wo ich alleine in einem Zimmer bin?
Wäre ich alleine im Zimmer, würde ich jetzt nicht schon in der Welt herumbloggen, so früh am Tag. Man ist halt nur im Zimmer zum Schlafen, ansonsten unterwegs oder eben hier unten in der Lobby, ein riesiger Aufenthaltsraum mit Bar, Automaten, gar einer Kinderspielecke, WC-Anlagen, so muss man nicht am Morgen früh das Zimmer verstinken, ich hoffe bloss, die anderen halten das auch so. Gestern abend hatte ich nicht diesen Eindruck.
Das Hotel ist gleich hinter dem Hauptbahnhof, momentan noch eine gewaltige Baustelle. Gestern abend um 19 Uhr, auf dem Weg hierher, da ist mir eine ganze Gruppe kräftiger verdreckter Männer entgegen gekommen, offenbar eine Brigade aus Polen oder aus früheren habsburgischen Untertanengebieten. Dabei ist doch die Xenophobie in Wien und in ganz Oesterreich allgegenwärtig. Aber wahrscheinlich fällt sie mir hier nur stärker auf, weil die Zeitungen in Oesterreich ja fast ausschliesslich dem härtesten Boulevard frönen, etwas wie den Tagesanzeiger gibt es hier gar nicht, ausser man wolle den eher freakigen Standard mit einer unserer Tageszeitungen vergleichen.
Das ist also das A & O Wien Hauptbahnhof. Ganz neu, ganz billig, ganz nett. Und auch in teureren Hotels hatte ich schon kunststoffbeschichtete Betten. Bin ich der einzige, der da pflotschnass und schweissgebadet erwacht?
Der Link: http://www.aohostels.com/de/wien/wien-hauptbahnhof/

Darmbakterien, MRSA-Erreger (im Volksmund auch Spitalkäfer – multiresistente Bakterien), dann aber auch Hundescheisse, Spöifer, Köderlig, Grüne – das tummelt sich alles auf den Böden unserer Züge. Deshalb solle man niemals eine Tasche auf den Boden stellen, die dann später auf Stühle gelegt, aufs Bett geworfen, auf einen Tisch gehoben wird. Irgendwie einsichtig und doch überraschend, oder nicht? Wer denkt denn schon an sowas?


Allein, der Knabe sieht mich gar nicht. Sein Blick geht nach hinten, sehnend, bewundernd, wo irgend ein knallgelber Tiefgelegter, Ferrari oder so, in der Tiefe der Landstrasse verschwindet.
Von Biel zum Bodensee, zurück über die Rheinroute Basel – Jura, das war der Plan. Die erste Etappe liess ich schon in Fislisbach (AG) ausklingen, nach zwei herrlichen Bratwürsten und ebensovielen Flaschen Bier beim Metzger Häusermann in Lenzburg. Ich schlage mich in den Forst, da weit und breit kein Campingplatz zu finden ist. Pflanze mein Zelt in den weichen Waldboden und verkrieche mich – nach 20 Minuten schlafe ich tief wie ein Ziehbrunnen.
Item, so kann ich wenigstens in aller Frühe weiter fahren. Zurück zum Wald, Zelt zusammenräumen, um sieben Uhr bin ich schon wieder auf der Strecke. Gondle bald durch frühlingshafte Aussenquartiere von Zürich, Vöglein pfeifen, Kräutlein riechen – wer hier wohnt, wohnt fantastisch, mit Blick auf die Stadt weiter unten. Wunderbar. Ruhige Tea-Rooms, beschauliche Terrassen, belehrende Slogans wie „kill den bullen – im revier und in dir!!“. Doppelte Ausrufezeichen machen mich immer vorsichtig – da haben wir es mit Hysterikern zu tun. Ich hätte es mir vielleicht noch überlegt – aber so????
Es geht nun darum, auf dem direktesten Weg von Rorschach nach Weinfelden zu kommen. Die Velowege habe ich frustriert aufgegeben. Die Landstrassen aber, die sind wie weiter oben schon gesagt im Thurgau brandgefährlich. Die erfrechen sich tatsächlich, einen Velostreifen von nur einem Meter mit einer durchbrochenen gelben Linie abzutrennen. Ein Meter. Dabei beträgt der Sicherheitsabstand schon 1 Meter 50! Den natürlich kein Thurgauer einzuhalten gedenkt. Witzigerweise aber ändert sich das, kaum habe ich meine gelbe Signalweste angezogen, der Hitze zum Trotz. Jetzt machen die Kerle doch tatsächlich einen Bogen!


Dort begann wieder die Zivilisation, mit Landmaschinen, den tiefer gelegten Funmobiles der Landjugend und aber auch 


Wenigstens findet sich unter all den Blinden ein Einäugiger – eine Migros Fast Food Insel. Dort kaufe ich mir ein
Ein Phantom seit über 30 Jahren. Eine Legende. Ein Mythos. Muss ich noch mehr sagen? Während Jahren war von Jandek nur soviel bekannt: Ein Inserat, eine Postfachadresse. Und dass er auf diesem (seinem?) Label Platte um Platte raushaut, alle von ihm, sicher eine pro Quartal. Langspielplatten, wohlgemerkt. Und die konnte man über das Postfach bestellen. Wir reden hier über die frühen 80er, auch das sei wohl gemerkt.














Die Frage stellen heisst sie beantworten, oder? Man braucht sich nur mal die Fotos ansehen. Ok, sie sind nicht sehr gut, sie sind eigentlich sogar schlecht, aber ihr wisst ja, was da drauf wäre, hätte ich die Stimmung tatsächlich einfangen können.
Selbstverständlich habe ich hier einfach der Überschrift halber einen Gegensatz aufgebaut, der so nicht existiert. Denn leider ist Eduscho nicht auf längeres Verweilen eingerichtet. Der wirkliche Antipode von Starbucks heisst zumindest hier in Wien MacDonalds. Und mein Lieblingsladen findet sich am Bahnhof Praterstern.
la triperie: meine Radiostation spielt meine Platten, Kassetten, CD
Calypso Now Tapes (nicht Hula Hula!)