Veloverlad – ein interessante Blog, glaubzmer

09/01/2015

Die nackten Superdemokraten, wieder mal

Filed under: Uncategorized — Hotcha @ 11:17

Gestatten, dass ich kurz in die Ecke körble….

Was man nach dem Attentat auf die Redaktion von Charlie Hebdo wieder alles hören und lesen muss, es ist unglaublich. So soll sich scheints niemand wundern, wenn auf eine Provokation mit Waffen reagiert wird, das der deutliche Unter-, manchmal gar Oberton, bei Doris Leuthard genau so wie bei Online-Kommentaren. Da wird auf ungeschriebene Regeln hingewiesen, die man halt nicht verletzen dürfe.

Wir reden also über die Auslöschung einer ganzen Redaktion, Exekutionen von Polizisten und Beamten, nur so an die Adresse unserer Bundesrätin. Ehrlich, beim Schreiben bleibt mir selber die Spucke weg.

Man ist sich z.B. einig, dass nicht jedes Foto veröffentlicht werden darf (Stichworte: Würde, Persönlichkeitsrechte, Nacktheit, Schamgefühle, Tabus…). Wer nun diese (grossteils ungeschriebenen) Regeln verletzt, muss meines Erachtens gute Gründe aufführen können Tagesanzeiger Leserkommentar

Nein, man ist sich z.B. überhaupt nicht einig. Und vor allem diese ständigen verletzten ‘religiösen Gefühle’ – so lange man über diese Kategorie immer noch allen Ernstes redet, so lange sind wir der Beliebigkeit träge Beute. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, soll man es regeln, aber auf verbindliche Weise, mit Regeln, die für alle gelten. Nicht nur für eine willkürlich definierte Gruppe wie ‘Muslime’, ‘Eingewanderte’, ‘unechte Schweizer’, ‘Eingebürgerte’ – sollen sie es doch mal wagen, eine Regel aufzustellen, ab wann man z.B. nicht mehr als ‘Schweizer mit Migrationshintergrund’ gilt – wieviele Generationen muss man hinter sich wissen, um ‘richtiger Schweizer’ zu sein? Wenn der letzte Vorfahr mit Geburtsort im Ausland gestorben ist, beispielsweise, dann gilt man als vollgültiger Schweizer?

Ich lese grad, dass Attentäter Chérif Franzose ist, in Paris geboren….

Dann die Integrationsdebatte, die erneut an Schärfe gewinnt. Auch hier, ungeschriebene Regeln, Grundwerte. Was fällt denen ein, im Namen einer sogenannten ‘westlichen Gesellschaft’ zu reden, einer ‘christlichen’ gar? Ich bin mit ganz vielen dieser ‘ungeschriebenen Regeln’, soweit sie überhaupt festzumachen sind, gar nicht einverstanden. Aber eben, sie sind und bleiben ja gummig. Wer stellt mir mal einen verbindlichen Katalog auf, mit Sanktionen, wie es in einer demokratischen Gesellschaft normal wäre? Aber da drücken sich alle drum, und sie wissen auch, warum. Mit gummigen Erwartungen lässt sich eben besser politisieren. Regieren. Dominieren. Wegbeissen. Unterm dünnen Lack des gesunden Volksempfindens.

1 Kommentar »

  1. Zum Thema gummig: Was Leser-Äusserungen und Kommentare betrifft, haben die meisten Redaktionen klare Richtlinien: Verboten sind Beleidigungen ad personam, üble Nachrede, Rassismus, Geschäftsschädigung. Was das im einzelnen – von Satz zu Satz – heisst, entscheidet dann die Redaktion, und zwar möglichst grosszügig im Sinne des Rechts auf freie Meinungsäusserung.

    Die Verletzung religiöser Gefühle ist kein Thema in diesem Katalog, aber hier wird es zuweilen tatsächlich etwas gummig.

    Kommentar by frau frogg — 13/01/2015 @ 19:49

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